DEMENZ

Was ist das?
Demenzen sind eine Gruppe von Erkrankungen, die durch die Kombination von Gedächtnisstörungen mit anderen Störungen der geistigen Leistungen (z. B. Sprachstörungen, Erkennen und korrekter Gebrauch von Gegenständen, räumliche Orientierung etc,) definiert werden. Für die Diagnosestellung ist es außerdem notwendig, dass der Alltag des Kranken durch die Störungen beeinträchtigt wird und das Krankheitsbild mindestens sechs Monate besteht. Über 100 Erkrankungen, die meisten davon sehr seltene, können zu einer DEMENZ führen. Die Symptome zu Beginn und der weitere Verlauf einer DEMENZ hängen wesentlich von den ursächlichen Erkrankungen, aber auch von der Persönlichkeit der Kranken vorher ab. Die mit weitem Abstand häufigste Ursache ist die Alzheimer-Krankheit, entweder alleine oder mit zunehmendem Alter häufiger in Kombination mit anderen Hirnerkrankungen. Beginnt die Alzheimer-Krankheit deutlich vor dem 65. Lebensjahr, ist sie in der Regel erblich. Das Risiko, an einer DEMENZ zu erkranken, nimmt auch dadurch zu, dass die Kompensationsfähigkeit des Gehirns z. B. durch frühere Schädel-Hirn-Verletzungen (z. B. Boxer) oder aufgrund mangelnder Ausbildung und Übung vermindert ist. Die weit überwiegende Mehrheit der Fälle tritt aber erst im höheren oder hohen Alter auf. Ähnlich wie beim Altersdiabetes ist hier das Erkrankungsrisiko erhöht, wenn (Groß-)Eltern oder Geschwister betroffen waren. Die Ursache dieser Fälle ist derzeit noch nicht befriedigend erklärt. Die Alzheimer-Krankheit verläuft schleichend, so dass der Beginn mit Gedächtnisstörungen häufig vom Kranken und der Umgebung nicht bemerkt wird. Andere und seltenere chronische degenerative Hirnerkrankungen wie die Parkinson-Krankheit, die DEMENZ mit Lewy-Körperchen oder die Pick-Krankheit (Frontotemporale Demenz) zeichnen sich dadurch aus, dass schon zu Beginn andere psychische Symptome im Vordergrund stehen oder körperliche Symptome auffallen. Sie verlaufen auch schleichend. Wenn Hirndurchblutungsstörungen die Ursache sind (vaskuläre Demenz) verläuft die Demenzerkrankung häufig stufenweise. Die Art und Abfolge der Symptome ist hier sehr unterschiedlich, je nach den betroffenen Hirnregionen. Risikofaktoren für Schlaganfälle wie Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen oder Herzerkrankungen erhöhen auch das Risiko für Demenzen und können günstig beeinflusst werden. In seltenen Fällen geht eine Demenzerkrankung auf eine heilbare Ursache wie Altershirndruck (Normaldruckhydrocephalus), Vitamin-B12-Mangel, Stoffwechselstörungen oder Infektionen zurück. Hier ist eine frühe Diagnose und Behandlung wichtig, um bleibende Schäden zu vermeiden. Aufgrund unterschiedlicher Behandlungs- und Betreuungserfordernisse wird zwischen leichten, mittelschweren und schweren Demenzen unterschieden.
Gesetzliche Grundlagen
Pflegeversicherung Pflegeleistungsergänzungsgesetz § 45 Sozialgesetzbuch (SGB) VI §§ 1896 ff. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) Schwerbehindertenausweis – Diagnose nach ICD 10 – Code F00-F03
Was kann ich tun?
Sie können für Frühsymptome aufmerksam sein und im Verdachtsfall über den Hausarzt oder Facharzt für Nervenheilkunde, Psychiatrie oder Neurologie eine Untersuchung veranlassen. Bei bestätigter Diagnose sollten Sie akzeptieren, dass der Erkrankte sich nicht verändern kann und unterstützende Maßnahmen einleiten. Wenn die Entscheidungsfähigkeit des Partners/Verwandten beeinträchtigt ist, sieht das Betreuungsrecht vor, dass dazu eine Bevollmächtigung im Rahmen einer Vorsorgevollmacht erteilt wird. Alle bestehenden, privaten Versicherungen des Erkrankten sollten Sie auf Haftung bei DEMENZ überprüfen.
Beratung und Information
Publikationsversand der Bundesregierung, Postfach 481009, 18132 Rostock, Tel.01805- 778090, Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, Selbsthilfe Demenz, Goerdeler Str.50, 18069 Rostock http://www.deutsche-alzheimer.de http://www.alzheimer-mv.de http://www.uni-rostock.de http://www.aktion-demenz.de http://www.uni-greifswald.de