ARBEITSLOSENGELD (I)

Was ist das?
Im Falle der ARBEITSLOSIGKEIT gewährt die Agentur für Arbeit Arbeitslosengeld, insofern die betroffene Person in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung mindestens 12 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt war (Anwartschaftszeit) oder sonstige Versicherungspflichtzeiten vorweisen kann (z. B. Bezug von Mutterschaftsgeld, Erziehung eines Kindes bis zum dritten Lebensjahr). Folgende Voraussetzungen müssen gemeinsam erfüllt sein, um Arbeitslosengeld zu beziehen: Sie müssen arbeitslos sein, die Anwartschaftszeit erfüllt und sich persönlich arbeitslos gemeldet haben. Sie müssen sich verpflichten, alle Möglichkeiten zu nutzen, um Ihre ARBEITSLOSIGKEIT zu beenden (Eigenbemühen) und den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung zu stehen (Verfügbarkeit). Die Höhe des Arbeitslosengeldes hängt davon ab, wie hoch das letzte beitragspflichtige Arbeitsentgelt vor Entstehung des Leistungsanspruches war. Außerdem ist es abhängig von der Lohnsteuerklasse und ob ein Kind zu versorgen ist. Für Arbeitslose mit mindestens einem Kind beträgt das Arbeitslosengeld 67 Prozent und ohne Kind 60 Prozent des pauschalisierten Nettoentgeltes. Ausnahmen gibt es für Teilzeitbeschäftigte. Aber auch für Erziehende gibt es bei der Festlegung des Bemessungszeitraumes Ausnahmen. So werden Zeiten des Bezugs von Elterngeld, der Betreuung oder Erziehung eines Kindes unter drei Jahren oder der Inanspruchnahme einer Pflegezeit nach dem Pflegegesetz außer Betracht gelassen. Wie lange Arbeitslosengeld bewilligt wird, ist abhängig von der Dauer der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung vor der Arbeitslosmeldung und dem Lebensalter. Grundsätzlich beträgt die Anspruchsdauer für Arbeitslosengeld zwölf Monate. Nach Vollendung des 50. Lebensjahres wird die Anspruchdauer stufenweise erhöht. Ab der Vollendung des 58. Lebensjahres können Arbeitslose bis zu 24 Monate Arbeitslosengeld erhalten. Bei Teilnahme an einer Weiterbildung wird das Arbeitslosengeld mindestens bis zum Ende der Weiterbildung gewährt. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse von vornherein auf nicht mehr als sechs Wochen befristet sind, müssen sechs Monate Vorversicherungszeit nachweisen, um einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I zu haben. Während des Bezuges von Arbeitslosengeld dürfen Sie eine selbständige oder unselbständige Tätigkeit oder Beschäftigung ausüben und ein Nebeneinkommen erzielen. Die Nebenbeschäftigung darf allerdings nicht höher als 15 Stunden wöchentlich sein. Dieses Nebeneinkommen wird auf das Arbeitslosengeld angerechnet, d. h. vom Arbeitslosengeld abgezogen. Dabei bleiben 165 Euro anrechnungsfrei. Auch gibt es Teilarbeitslosengeld, wenn Sie mehrere versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse haben und eines dieser Beschäftigungsverhältnisse verlieren. Die Anspruchsdauer beträgt sechs Monate.
Gesetzliche Grundlagen
§§ 117 ff. Sozialgesetzbuch (SGB) III
Beratung und Information
örtlich zuständige Agentur für Arbeit http://www.arbeitsagentur.de unter Bürgerinnen und Bürger/Arbeitslosigkeit http://www.das-arbeitslosengeld.de unter Arbeitslosengeldrechner