AMTSVORMUNDSCHAFT

Was ist das?
Amtsvormundschaft bedeutet die Übernahme der umfassenden gesetzlichen Vertretung (Personen- und Vermögenssorge) eines Minderjährigen durch das örtlich zuständige Jugendamt. Es wird unterschieden zwischen:
  • Vormundschaft kraft Gesetzes, wenn
1. a) die Mutter eines nichtehelichen Kindes bei seiner GEBURT noch minderjährig ist (§ 1791c BGB) 2. b) beide Elternteile bzw. ein alleinsorgeberechtigtes Elternteil ihre/seine Einwilligung zur ADOPTION des Kindes abgegeben haben (§ 1751 Abs. 1 BGB).
  • Vormundschaft kraft Anordnung durch das Familiengericht, wenn beispielsweise
1. a) sorgeberechtigte Eltern verstorben, für tot erklärt bzw. die Eltern eines Kindes unbekannt (Findelkind) sind, 2. b) Eltern das SORGERECHT gänzlich durch das FAMILIENGERICHT entzogen wurde, 3. c) die sorgeberechtigten Eltern tatsächlich an der Ausübung des Sorgerechts verhindert sind, 4. d) im Zuge des Ehescheidungsverfahrens zur Abwendung einer Gefahr für das Kind ein Vormund bestellt wird. Neben der AMTSVORMUNDSCHAFT kann auch eine VORMUNDSCHAFT durch eine Privatperson (als ehrenamtlicher Einzelvormund geeignete Person) oder einen rechtsfähigen Verein (Vereinsvormundschaft) bestellt bzw. genehmigt werden. Das Amt des Vormundes endet bei Volljährigkeit des Mündels, Tod oder Rückübertragung des elterlichen Sorgerechts.
Gesetzliche Grundlagen
§§ 1773 ff. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) §§ 55, 56 Sozialgesetzbuch (SGB) VIII – Kinder- und Jugendhilfegesetz
Beratung und Information
Informieren Sie sich bei Ihrem örtlich zuständigen Jugendamt.