ZWANGSHEIRAT

Was ist das?
Eine ZWANGSHEIRAT liegt vor, wenn mindestens einer der zukünftigen Ehepartner durch die Anwendung von Gewalt oder durch Drohungen zum Eingehen einer Ehe gezwungen wird und entweder mit ihrer/seiner Weigerung kein Gehör findet oder es nicht wagt, sich zu widersetzen. Oft versuchen Familienmitglieder mit den unterschiedlichsten Mitteln, Druck auf die Zwangsverheirateten auszuüben. Dabei ist häufig Gewalt oder die Androhung von Gewalt im Spiel. Auch Männer können von Zwangsverheiratung betroffen sein. Zwischen der ZWANGSHEIRAT und einer arrangierten Ehe zu unterscheiden, ist teilweise schwierig. So wird von einer arrangierten Heirat gesprochen, wenn die Heirat zwar von Verwandten, Bekannten oder von Ehevermittlern initiiert, aber im vollen Einverständnis der Eheleute geschlossen wird. In Deutschland ist ZWANGSHEIRAT ein eigener Straftatbestand und wird mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. Gleichermaßen sind Heiratsverschleppungen und beabsichtigte Ferienverheiratungen ins Ausland strafbar. Auch wenn es dabei nicht zu einer ZWANGSHEIRAT kommt, kann bereits der Versuch zur Anzeige gebracht werden.
Gesetzliche Grundlagen
Artikel 1 und 16 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen
Artikel 1 und 3 Grundgesetz der BRD (GG)
§ 237 Strafgesetzbuch (StGB)
Was kann ich tun?
Rat und sofortige Unterstützung in Krisensituationen finden Sie bei Notrufen und Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt. Sie werden über die rechtliche Situation informiert und erhalten Hilfe und Unterstützung. In Frauenhäusern können bedrohte Frauen mit ihren Kindern Schutz finden.
Beratung und Information
http://www.mecklenburg-vorpommern.eu Familie und Gesundheit Frauen und Männer Gewalt gegen Frauen Frauenhäuser, Interventionsstellen, Notrufe und Beratungsstellen für Frauen
http://www.ehrverbrechen.de Zwangsheirat