TESTAMENT

Was ist das?
Sollen abweichend von der gesetzlichen Erbfolge (Ehegatte, eigene Kinder, Eltern und Geschwister) besondere Wünsche in der Erbfolge Berücksichtigung finden, so sollte ein privatschriftliches Testament, ein gemeinschaftliches TESTAMENT oder ein öffentliches TESTAMENT beim Notar verfasst werden (gewillkürte Erbfolge). Unter folgenden Umständen kann die Errichtung eines Testamentes sinnvoll sein:
  • zur Vermeidung einer Erbengemeinschaft,
  • bei Bestehen einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft,
  • bei Existenz mehrerer Kinder aus verschiedenen Ehen/Lebensgemeinschaften,
  • bei der Berücksichtigung von Personen, die nicht zu den gesetzlichen Erben gehören,
  • bei der abweichenden Festlegung der Höhe der Erbteile von der gesetzlichen Regelung,
  • beim Nachlass zugunsten karitativer Zwecke.
Das privatschriftliche TESTAMENT muss von Anfang bis Ende eigenhändig geschrieben und muss stets mit Vor- und Zuname am Ende des Textes unterschrieben werden. Ort und Zeit der Errichtung sollten angeben werden, um ggf. spätere oder frühere Testamente eindeutig einordnen zu können. Durch Schreibmaschine, Computer oder Diktat verfasste Testamente sind unwirksam. Das TESTAMENT muss lesbar sein. Ist das TESTAMENT geschrieben, kann es jederzeit geändert oder durch ein neues TESTAMENT widerrufen werden. Es genügt auch, die Testamentsurkunde zu vernichten. Ein gemeinschaftliches TESTAMENT kann nur von Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern errichtet werden. Im TESTAMENT können sie alle zulässigen letztwilligen Verfügungen treffen. Üblich sind z. B. die gegenseitige Erbeinsetzung und der Verweis der gemeinsamen Kinder auf das, was beim Tode des Letztversterbenden übrig ist (sog. Berliner Testament). Das TESTAMENT kann in notariell beurkundeter oder eigenhändiger Form errichtet werden. Bei der eigenhändigen Form genügt es, wenn ein Ehegatte/Lebenspartner das TESTAMENT eigenhändig schreibt und unterschreibt und der andere einen eigenhändigen unterschriebenen Zusatz anfügt, der seine Zustimmung zu dem Inhalt des Testaments zum Ausdruck bringt. Dabei sollen Zeit und Ort der Unterschriftsleistungen angegeben werden. Eine weitere Möglichkeit zur Regelung der Erbfolge ist das öffentliche Testament, welches die Erklärung des letzten Willens des Erblassers enthält und vom Notar niedergeschrieben wird. Der Erblasser kann dem Notar auch eine offene oder verschlossene Schrift übergeben mit der Erklärung, dass diese seinen letzten Willen enthält. Der Notar fertigt dann dazu eine Niederschrift, die die Feststellung enthält, dass die Schrift übergeben wurde.
Gesetzliche Grundlagen
§§ 2064 ff. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
Was kann ich tun?
Wollen Sie sicher gehen, dass Ihr TESTAMENT auch nach Ihrem Tod gefunden wird, ist eine amtliche Verwahrung empfehlenswert. Lassen Sie sich beim Notar oder einem Rechtsanwalt fachkundig beraten.
Beratung und Information
http://www.service.m-v.de/Lebenslagen/Bürger/Erben und Vererben/ 2. Verfügungen von Todes wegen