SCHWERBEHINDERTENAUSWEIS

Was ist das?
Schwerbehindertenausweise erhalten in Deutschland lebende oder hier arbeitende schwerbehinderte Menschen, wenn ein Grad der Behinderung (GdB) von 50 oder mehr festgestellt worden ist. Er dient als Nachweis für die Inanspruchnahme von Rechten und Nachteilsausgleichen, die Menschen mit einer Behinderung gesetzlich zustehen, etwa besonderer arbeitsrechtlicher Kündigungsschutz, Anspruch auf Zusatzurlaub oder Vergünstigungen bei der Besteuerung des Einkommens. Auch zur uneingeschränkten Inanspruchnahme des Rechts auf unentgeltliche Beförderung schwerbehinderter Menschen im öffentlichen Personenverkehr und von Parkerleichterungen ist der Schwerbehindertenausweis als Nachweis erforderlich. Nicht alle Leistungen für behinderte Menschen sind an den Schwerbehindertenausweis gebunden. So setzen die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und zur Teilhabe am Arbeitsleben (außer bei den Leistungen des Integrationsamtes) keine Anerkennung als schwerbehinderter Mensch voraus. Im Schwerbehindertenausweis werden bestimmte gesundheitliche Merkmale (sog. Merkzeichen) ausgewiesen:
  • aG (außergewöhnliche Gehbehinderung)
  • G (Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich eingeschränkt)
  • H (Hilflos)
  • Bl (Blind)
  • HS (Hochgradig Sehbehindert)
  • Gl (Gehörlos)
  • B (Berechtigt zur Mitnahme einer Begleitperson)
  • RF (Befreiung/Ermäßigung bei Rundfunk-/Telefongebühren möglich)
Der Schwerbehindertenausweis wird erstmalig für fünf Jahre ausgestellt und kann verlängert werden. In den Fällen, in denen keine Änderung in Art und Schwere der Behinderung zu erwarten ist, kann er auch unbefristet ausgestellt werden. Für den Ausweis ist ein Lichtbild erforderlich.
Gesetzliche Grundlagen
Sozialgesetzbuch (SGB IX) Schwerbehindertenausweisverordnung (SchwbAwVO)
Was kann ich tun?
Jeder Mensch mit Behinderung kann die Feststellung der Behinderten- oder Schwerbehinderteneigenschaft beantragen. Zuständige Behörde im Land für das Feststellungsverfahren und die Ausstellung des Schwerbehindertenausweises ist das Landesamt für Gesundheit und Soziales, Abteilung Soziales/Versorgungsamt mit den Dezernaten in Neubrandenburg, Rostock, Schwerin und Stralsund. Ab 1. Juli 2012 sind die Landkreise und kreisfreien Städte für das Feststellungsverfahren zuständig. Antragsformulare sind bei den Kommunalverwaltungen, Fürsorgestellen, Sozialämtern, Versorgungsämtern, Behindertenverbänden oder bei den Ansprechpartnern für schwerbehinderte Menschen in Betrieben erhältlich. Der Antrag kann zunächst auch formlos gestellt werden.
Beratung und Information
http://www.lagus.mv-regierung.de/Soziales/Schwerbehindertenrecht
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http://www.einfach-teilhaben.de/Homepage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales