SCHULDNER- UND VERBRAUCHERINSOLVENZBERATUNG

Was ist das?
Derjenige, bei dem das monatliche Einkommen dauerhaft nicht ausreicht, um die fixen Lebenshaltungskosten sowie fällige Raten und Rechnungen zu bezahlen, ist überschuldet. Überschuldung ist keineswegs nur ein Problem von Randgruppen. Auslöser wie Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennung, Scheidung, Tod naher Angehöriger oder mangelnde Kenntnis im Umgang mit Geld und Konsumwünschen können in die Schuldenfalle führen. Finanzielle Notlagen bis hin zur Existenzbedrohung, häufig auch in Verbindung mit drohender Wohnungslosigkeit, sind in den meisten Fällen nicht ohne Hilfe zu bewältigen. Diese Hilfe bieten Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen, die über die Anerkennung als „geeignete Stelle" gemäß der Insolvenzordnung verfügen. Die Fachkräfte in der Schuldnerberatung versuchen gemeinsam mit dem Schuldner, die finanzielle Situation in den Griff zu bekommen. Dazu werden z. B. die persönliche, wirtschaftliche und berufliche Situation geklärt, über Schuldennachlässe mit Kreditinstituten und anderen Gläubigern verhandelt oder Anleitung zum wirtschaftlichen Verhalten (wie z. B. Budgetberatung) gegeben. Die Beratung ist kostenlos. Für Privatpersonen gibt es die Möglichkeit, durch ein Verbraucherinsolvenzverfahren entschuldet zu werden. In der Insolvenzordnung ist dieses mehrstufige Verfahren geregelt:

1. Durchführung eines außergerichtlichen Verfahrens, in dem der Schuldner versuchen muss, eine Einigung mit seinen Gläubigern über eine Schuldenbereinigung zu erreichen.

2. Durchführung eines gerichtlichen Verfahrens.

3. Nach Abschluss des gerichtlichen Verfahrens folgt die „Wohlverhaltensperiode", die in der Regel sechs Jahre nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens endet. Der Schuldner muss in der Zeit den pfändbaren Teil seines Einkommens an einen Treuhänder abtreten, der diese Beträge an die Gläubiger verteilt. Zusätzlich hat der Schuldner in dieser Zeit bestimmte Verpflichtungen zu erfüllen. Ziel ist es, das die Chancen der Gläubiger, ihre Forderungen doch noch zu erlangen, erhöht werden und gleichzeitig einem Missbrauch der Restschuldbefreiung entgegengewirkt wird.

4. 4. Nach Ablauf der Wohlverhaltensperiode erlässt das Gericht dem Schuldner auf Antrag die restlichen Schulden, wenn keine Versagungsgründe vorliegen (Restschuldbefreiung).

Gesetzliche Grundlagen
Insolvenzordnung (InsO)
Was kann ich tun?
Wenden Sie sich an eine anerkannte Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstelle in Ihrer Nähe. Träger sind die Wohlfahrtsverbände, gemeinnützige Vereine oder Landkreise und Städte.
Beratung und Information
http://www.regierung-mv.de /Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales/Service/Beratungsführer
http://www.bmj.de – Broschüre „Restschuldbefreiung – eine neue Chance für redliche Schuldner"
http://www.bundesregierung.de – Broschüre „Ratgeber: Schulden abbauen – Schulden vermeiden"
http://www.forum-schuldnerberatung.de
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http://www.bag-sb.de
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