PFLEGSCHAFT

Was ist das?
Im Rahmen der PFLEGSCHAFT werden für Personen, die selbst nicht in der Lage sind, ihre Interessen wahrzunehmen, gesetzliche Vertreter bestellt, die für diese betroffene Person handeln kann. Anders als die VORMUNDSCHAFT und die BEISTANDSCHAFT gilt die PFLEGSCHAFT nicht allgemein, sondern für bestimmte Angelegenheiten. Dazu muss keine Beschränkung der Geschäftsfähigkeit vorliegen. Beispiele für eine PFLEGSCHAFT können sein:
  • das Personensorgerecht – alle Bereiche der elterlichen Sorge mit Ausnahme der Bestimmung über das Vermögen des Kindes,
  • Vermögenspflege alle Angelegenheiten, die das Vermögen des Kindes umfassen,
  • Aufenthaltsbestimmungsrecht – die Entscheidung, wo das Kind lebt und ob es beispielsweise an einer Ferienreise teilnimmt,
  • Jugendhilfeangelegenheiten – das Recht, HILFEN ZUR ERZIEHUNG für das Kind zu beantragen,
  • Gesundheitsfürsorge – das Recht, Impfungen und Operationen zu genehmigen, medizinische Hilfsmittel zu beantragen und dafür zu sorgen, dass wichtige medizinische Untersuchungen nicht vergessen werden.
Für die Bestellung einer PFLEGSCHAFT ist das Vormundschaftsgericht, das Nachlassgericht (Nachlasspflegschaft) oder das FAMILIENGERICHT (Ergänzungspflegschaft) zuständig. Der Pfleger wird durch das Gericht ernannt. Dieser nimmt damit für das jeweilige Aufgabengebiet die Stellung eines gesetzlichen Vertreters ein.
Gesetzliche Grundlagen
§§ 1909 ff. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG)
Was kann ich tun?
Informationen zur PFLEGSCHAFT für Minderjährige erhalten Sie beim örtlich zuständigen Jugendamt. Sie erhalten in der Regel auch Informationen bei den Einrichtungen der Freien Wohlfahrtspflege oder lassen Sie sich anwaltlich beraten.
Beratung und Information
http://www.bmj.de