PFLEGEKINDERWESEN

Was ist das?
Pflegekindschaft (Vollzeitpflege) ist eine überwiegend zeitweise Erziehungshilfe zur Sicherung des Kindeswohls. Im Interesse der Bindungen des Kindes zielt die Hilfe vorrangig auf eine baldige Rückkehr in die eigene Familie ab oder kann in geeigneten Fällen als Dauerpflege auf eine stabile Bindung an die Pflegefamilie angelegt sein. In beiden Fällen sollen die Beziehungen zur Herkunftsfamilie so weit wie möglich aufrechterhalten werden. Pflegeeltern, Pflegekinder und Herkunftsfamilie sollen durch folgende Maßnahmen auf diesen Schritt vorbereitet werden:
  • die Beratung der Herkunftsfamilie vor der Inpflegegabe,
  • die qualifizierte Vermittlung des Kindes in eine Pflegefamilie,
  • die Beratung und Betreuung der Pflegefamilie und der Herkunftsfamilie während des Pflegeverhältnisses,
  • die Klärung der Perspektive des Pflegekindes (Rückkehr in die Herkunftsfamilie oder Verbleib in der Pflegefamilie),
  • die betreute Reintegration des Pflegekindes in seine Herkunftsfamilie.
Wer ein Pflegekind aufnehmen möchte, sollte folgende Voraussetzungen erfüllen:
  • gesundheitliche Eignung,
  • gesicherte finanzielle Verhältnisse,
  • genügend Wohnraum,
  • angemessenes Alter sowie
  • Zeit für das Pflegekind und für seine Erziehung.
Die örtlichen Jugendämter bieten für potentielle Pflegefamilien auch gezielte Schulungskurse an. Pflegeeltern erhalten monatlichen Unterhalt für das Pflegekind sowie eine finanzielle Anerkennung für ihre Betreuung und Erziehung. Die Höhe der Beträge wird vom Jugendamt am Wohnort des Pflegekindes festgelegt.
Gesetzliche Grundlagen
§§ 33, 36 bis 38 Sozialgesetzbuch (SGB) VIII
Was kann ich tun?
Wenden Sie sich an Ihr zuständiges Jugendamt oder an Beratungsstellen bei freien Jugendhilfeträgern.
Beratung und Information
http://www.service.m-v.de /Suchbegriff Pflegeeltern